MPU Beratung: die wichtigsten Infos zu einer Beratung

Eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (kurz: MPU) soll verifizieren, ob eine Person nach Verlust des Führerscheins die Fahrerlaubnis wieder zu bekommen hat. In der Regel findet die MPU nach Ablauf der Sperrfrist statt. Die Beantwortung der gestellten Fragen gilt als anspruchsvoll, weswegen es dringend angeraten ist, sich von geeigneten Anbietern umfangreich beraten zu lassen.

Die Formen der Beratung

Gruppenberatung
Es gibt unterschiedliche Formen der MPU-Beratung. Zum einen können die Betroffenen durch eine MPU-Beratung an Gruppenkursen teilnehmen. Hierbei ist es aber wichtig, darauf zu achten, dass die Gruppen möglichst einheitlich sortiert sind. Das heißt, dass dieselben Probleme, beispielsweise Fahren in alkoholisiertem Zustand, in einer Gruppe behandelt werden. Durchmischte Gruppen bergen das Risiko, dass bei der Bearbeitung eines Themas immer einige nicht mitreden können und auch gar keinen Nutzen daraus ziehen. Auch Selbsthilfegruppen zur MPU-Beratung werden angeboten. Hier ist es von Vorteil, wenn trotzdem eine Fachperson zugegen ist, die die Gespräche moderiert und gegebenenfalls fachliche Fragen beantworten kann. Gruppenberatungen können natürlich die individuellen Umstände jedes Einzelnen nicht ganz so genau erläutern, wie es bei einer einzelnen MPU-Beratung der Fall ist. Gerade aber bei möglichen Missbrauchs- oder Suchtproblemen kann die Erfahrung, dass „ganz normale“ Menschen dieselben Schwierigkeiten durchlaufen, sehr heilsam sein und eine Leugnung des Problems in vielen Fällen aufheben.

Einzelberatung
Einzelberatungen können durch qualifizierte Berater durchgeführt werden, in der Regel sind dies Diplom-Psychologen oder ehemalige Gutachter. Allerdings gibt es auch weniger geeignete Beratungsangebote verschiedener Anbieter, die auf das schnelle Geld hoffen. Da eine in Anspruch genommene Beratung kostenintensiv sein kann, ist die Versuchung groß, solche Angebote in Erwägung zu ziehen. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, welches Ziel die Beratung haben soll – nämlich die erfolgreich absolvierte MPU und somit der Wiedererhalt des Führerscheins.

Verkehrstherapie
Eine weitere Beratungsform ist die verkehrspsychologische Therapie (oft auch als Verkehrstherapie bezeichnet), die Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung aufarbeiten soll. Auch hier gilt es, nicht allein geeignete Antworten für die MPU einzuüben, sondern Hintergründe und Denkmuster, die zu Verstößen geführt haben, aufzudecken und gegen neue Einstellungen in diesem Bereich einzutauschen. Verstöße, die unter Drogen- oder Alkoholeinfluss entstanden sind, sollten möglicherweise zusätzlich in einer Gruppen- oder Einzelberatung auf diesem Gebiet bearbeitet werden.

MPU als Chance

Die Vorbereitung oder Beratung für die MPU unterliegt keinen gesetzlichen Regelungen, wie die MPU selbst. Daher ist die Versuchung groß, sich lediglich auf die gestellten Fragen vorzubereiten, indem man sich die wahrscheinlich erfolgreichsten Antworten einpaukt. Hintergrund der MPU ist aber nicht, Menschen herunterzustufen und ihnen den Führerschein abspenstig zu machen, sondern allen am Straßenverkehr Teilnehmenden eine zusätzliche Sicherung ihrer Unversehrtheit zu ermöglichen. Daher sollten von der MPU betroffene Kraftfahrzeugfahrer auch reflektieren, dass ihr Verhalten im schlimmsten Fall auch Menschenleben hätte kosten können, und ihr Ziel nicht allein am Wiedererhalt der Fahrerlaubnis festmachen. Vor allem das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss muss besonders kritisch hinterfragt werden. Wer sich nicht in der Lage fühlt, als Fahrer auf Alkohol oder Drogen zu verzichten, gerät außerdem in Verdacht, ein Suchtproblem zu haben. Vor diesem Hintergrund muss auch der Betroffene sein eigenes Handeln rekapitulieren und gegebenenfalls einen neuen Umgang mit diesen Mitteln in Erwägung ziehen. Um dies zu beurteilen, ist eine hoch qualifizierte Fachperson erforderlich, welche die Warnzeichen als solche erkennt und darauf aufmerksam macht. Daher sollten bei der Beratungsmaßnahme alle Fakten genannt und offen mit der Thematik umgegangen werden – zumal Psychologen eben durch ihre Qualifikation relativ schnell ein unstimmiges Bild ausmachen und es somit schwer ist, hier jemanden „hinters Licht“ zu führen.

Ungeeignete Angebote zur MPU-Beratung

Um nicht auf unqualifizierte Anbieter hereinzufallen, sollten bestimmte Faktoren beachtet werden. Die abfällige Bezeichnung „Idiotentest“ wird von seriösen Beratungsstellen im Grunde nicht benutzt. Auch eine Geld-zurück-Garantie spricht in der Regel nicht für ein qualifiziertes Angebot. Des Weiteren wird von Erfolgsversprechungen, Paketangeboten und anderen erfolgreichen Marketing-Strategien abgeraten. Manche Berater sind auf eine MPU-Prüfstelle spezialisiert, um die Erfolgschancen zu erhöhen. Sinnvoll ist es jedoch, wie oben bemerkt, das eigene Verhalten zu analysieren und dauerhaft anzupassen – dabei können nur geschulte Fachleute effizient helfen.

Seriöse Anbieter stellen meist einen ersten, kostenlosen Informations-Termin zur Verfügung. Erfolgsaussichten werden realistisch und ehrlich beurteilt, ohne große Versprechungen zu machen, um Kunden anzulocken. Viele Diplom-Psychologen aus diesem Bereich unterziehen sich freiwillig regelmäßigen Qualitätssicherungen. Die Angebote enthalten einen eher sachlichen Ton anstatt reißerischer Werbesprüche.

Wer sich aufrichtig mit seinem Handeln auseinandersetzt und für sich ehrlich die Entscheidung trifft, eine solche Vorgehensweise im Straßenverkehr zukünftig zu unterlassen, wird vermutlich, mithilfe einer guten Beratung, die richtigen Worte bei der medizinisch-psychologischen Untersuchung finden.