Drogenscreening

Mithilfe eines Drogenscreenings lassen sich Rückstände von Drogen im menschlichen Körper nachweisen. Damit ist es möglich zu bestimmen, ob und in welcher Menge die getestete Person Drogen konsumiert hat. Die Rückstände lassen Rückschlüsse auf die Art der Drogen zu. Solche Screenings sind beispielsweise bei Delikten im Straßenverkehr im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen notwendig. Es besteht ein Unterschied zwischen den Drogenschnelltest und einem Drogenscreening. Einen Drogenschnelltest macht die Polizei beispielsweise während einer Verkehrskontrolle, weil der Verdacht besteht, dass ein Verkehrsteilnehmer Drogen konsumiert hat. Ein Drogenscreening kommt dann zum Einsatz, wenn ein Kraftfahrer aufgrund von Alkohol oder Drogen am Steuer seine Fahrerlaubnis verloren hat und zu einer medizinisch-psychologischen Untersuchung muss. Dort müssen viele der Teilnehmer einen Abstinenznachweis erbringen. Dazu ist das Drogenscreening unerlässlich.

Rückstände von Drogen durch ein Screening nachweisbar

Mit einem Drogenscreening finden die Mediziner bestimmte Rückstände von Drogen, auch wenn schon eine Weile keine Drogen mehr konsumiert wurden. Mit einem Schnelltest lassen sich nicht alle Drogen zuverlässig nachweisen. Für ein Screening finden über Wochen und Monate mehrere Untersuchungen statt, um die Abstinenz nachzuweisen. Das Drogenscreening ist zwar wesentlich aufwendiger als ein Schnelltest, damit ist es jedoch möglich auch den Konsum mehrerer Substanzen festzustellen.

Das Drogenscreening findet für gewöhnlich in einem Labor statt. Dort muss der Betroffene Proben abgeben, meist sind das Speichel-, Blut-, Urin- oder Haarproben. Die aufschlussreichsten Ergebnisse liefern die folgenden zwei Methoden:

MPU Beratung
  • die Gas-Chromatographie-Massenspektronomie (kurz: GC/MS)
  • die Flüssig-Chromatographie-Massenspektronomie (kurz: LC/MS)

Die Standardverfahren

Die Gas-Chromatographie- und die Flüssig-Chromatographie-Massenspektronomie sind die Standardmethoden für das Drogenscreening, die sich mit der Zeit herauskristallisiert haben. Beide liefern sie verlässliche und sehr spezifische Ergebnisse. Dabei können sie auch sehr niedrige Drogenkonzentrationen nachweisen.

  • Der Gas-Chromatograph: Bei diesem Gerät handelt es sich um ein Messgerät, das die Probe durch Erhitzen in den gasförmigen Zustand bringt und mit einem Trägergas vermischt. So trennt sich die Probe in ihre einzelnen Bestandteile.

Die jetzt gasförmig gewordene Probe wird nun durch ein langes Röhrchen geleitet, wo die einzelnen Moleküle aufgespalten werden. So lassen sich größere Elemente von kleinen und beweglicheren Teilchen trennen.

Ein spezieller Sensor innerhalb des Röhrchens zählt die Teilchen. Sind Drogen in der Probe, lassen sie sich bereits jetzt nachweisen.

  • Der Flüssigkeits- Chromatograph: Dieses Gerät funktioniert so ähnlich wie der Gas-Chromatograph. Auch hier erfolgt eine Aufspaltung in die einzelnen Bestandteile. Allerdings vermischen sich die Bestandteile nicht mit einem Trägergas, sondern mit einer Trägerflüssigkeit.
  • Im nächsten Schritt zerteilt der Massenspektrometer die Teilchen noch weiter. Hier lassen sich jetzt Ladung und Gewicht der Teilchen bestimmen, um Unterschiede ausfindig zu machen.
  • Das Gerät leitet die Teilchen durch ein elektrisches Feld. Dort misst ein Messfühler die Intensität der Ablenkung der Teilchen.

Je nach Geschwindigkeit, Ablenkung und anderen Reaktionen sind Rückschlüsse auf die konsumierten Drogen möglich. Mit einem Drogenscreening lassen sich so ganz einfach Cannabis, Ecstasy oder Amphetamine nachweisen. Je nachdem welche Probe dem Test zugrunde liegt – Haare, Urin, Blut oder Speichel –, lassen sich die verschiedenen Substanzen unterschiedlich lange nachweisen. THC ist beispielsweise im Urin noch länger nachweisbar als im Blut. Am längsten lagern sich Rückstände von Drogen in den Haaren ab. Eine Haaranalyse kann noch nach sechs Monaten Drogenkonsum nachweisen.

Ablauf eines Drogenscreenings

Wenn die zuständige Führerscheinbehörde mitteilt, dass ein Abstinenznachweis zu erbringen ist, teilt sie meist auch mit, über welchen Zeitraum dieser Nachweis zu erbringen ist. Je nachdem gestaltet sich der weitere Ablauf der Untersuchung.

Damit Probanden das Drogenscreening nicht so einfach manipulieren können, bestimmen die Laboratorien die Termine in der Regel sehr kurzfristig und unregelmäßig. Die Mitteilungen liegen meist nur maximal 36 Stunden vor dem Termin. Damit lässt sich verhindern, dass jemand gezielt vor den Proben abstinent lebt, um ein negatives Drogenscreening zu erreichen.

Fällt das Drogenscreening positiv aus, sind also Rückstände von Drogen in den Proben nachweisbar, bleibt der Führerschein in behördlicher Verwahrung.

Der genaue Ablauf beim Drogenscreening ist folgendermaßen:

  • Überprüfung der Identität
  • Abgabe der Probe (Haare, Urin usw.) unter der Aufsicht einer Fachperson.
  • Dreiteilung der Probe: ein Teil kommt zur Analyse, ein Teil bleibt unter Verschluss und ein Teil wird eingefroren.

Die erste Probe kommt zur Analyse. Ergibt sich dabei ein positives Ergebnis, untersucht das Labor auch die zweite Probe, um sicherzugehen. Wenn die zweite Probe ebenfalls positiv ist, ist das die offizielle Bestätigung für ein positives Drogenscreening.

Je nach Umfang der Untersuchungen sind die Kosten unterschiedlich hoch. Folgende Punkte beeinflussen die Kosten:

  • Methode, die zum Einsatz kommt
  • worauf genau untersucht wird
  • welches Labor die Untersuchung durchführt

Diese Faktoren beeinflussen die Kosten. Deshalb ist es nicht möglich pauschal zu sagen, wie hoch die Kosten sein werden. Es lässt sich jedoch festhalten, dass eine Urinanalyse wesentlich günstiger ist als eine Haaranalyse.

Die gängigsten Tests

  • Speichelanalyse: Mithilfe eines Teststreifens liefert die Speichelanalyse innerhalb von wenigen Minuten ein Ergebnis für die Frage, ob Drogen konsumiert wurden oder nicht.Die Polizei setzt den Speicheltest häufig als Drogenschnelltest bei Verkehrskontrollen ein.
  • Urinanalyse: Im Urin sind Rückstände von Drogen noch Tage nach der Einnahme nachweisbar, weil der Körper die illegalen Substanzen über die Nieren ausscheidet. Das Urinscreening eignet sich nicht als Schnelltest, da eine geeignete Örtlichkeit vorhanden sein muss für die Abgabe der Probe.
  • Haaranalyse: Mit einer Haaranalyse wollen die Behörden belegen, dass der Drogenkonsum schon länger stattfindet oder ob der Betroffene vor längerer Zeit bereits Drogen eingenommen hat. Die Haaranalyse wird oft im Zusammenhang mit einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) verlangt, wenn ein Drogenvergehen die Grundlage für den Entzug des Führerscheins war. Auch in den Fingernägeln lassen sich Rückstände von Drogen nachweisen, sodass auch die Analyse der Fingernägel eine Möglichkeit ist, nachzuweisen, dass ein Proband über einen längeren Zeitraum abstinent war.
  • Blutanalyse darf ausschließlich ein Arzt die Blutentnahme vornehmen. Da diese Methode nur schwer zu manipulieren ist, ist sie auch die einzige Methode, die die Gerichte als Beweismittel akzeptieren. Oft ordnen die Behörden den Bluttest als zweiten Test an, wenn bereits ein positiver Test vorliegt. Der Nachteil des Bluttests liegt darin, dass schon wenige Stunden nach der Einnahme nur noch geringe Mengen der Substanz nachweisbar sind.

Die Durchführung der Urin-, Haar- oder Blutanalyse nimmt mehr Zeit in Anspruch als eine einfache Speichelanalyse mit einem Teststreifen. Für die Kosten muss der Proband in jedem Fall selbst aufkommen.

Was ist der Cut-off-Wert?

Der Cut-off-Wert ist ein Grenzwert in einem Screening-Verfahren, mit dessen Hilfe sich Testergebnisse viel einfacher interpretieren lassen. Beispielsweise liegt der Cut-off-Wert für Cannabis im Blut bei 12 ng/ml, obwohl schon 1 ng/ml Blut nicht erlaubt sind. So werden Personen, die eine geringe Menge an Cannabis im Kreislauf haben, weil sie passiv bei anderen mitgeraucht haben, nicht belastet.

Damit Drogen in den Screenings nachweisbar sind

Bei der Nachweisbarkeit von Drogen spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:

  • der allgemeine Gesundheitszustand
  • die konsumierte Menge
  • die Konsumhäufigkeit

Wie lange illegale Substanzen im Blut oder im Urin nachweisbar sind, sehen Sie hier:

Droge Urinscreening Blutuntersuchung
THC Cannabis 2 bis 3 Tage,

bis zu 12 Wochen bei regelmäßigem Konsum

3 Tage

bis zu 30 Tage bei regelmäßigem Konsum

Ecstasy 1 bis 4 Tage 1 Tag
Kokain 2 bis 4 Tage 1 Tag
Heroin 1 bis 4 Tage 8 Stunden
Speed 1 bis 3 Tage 1 Tag

Was das Drogenscreening verfälschen kann

Wenn ein Drogentest positiv ausfällt, obwohl der Betroffene keine illegalen Substanzen konsumiert ist, ist das zwar verwunderlich, lässt sich jedoch erklären. Wenn der Betroffene Medikamente einnehmen muss, die laut Packungsbeilage die Fahrtüchtigkeit einschränken, kann das einen positiven Test verursachen. Auch der Genuss von Mohnkuchen kann zu einem positiven Testergebnis auf Opiate im Urin führen. Die Mengen sind dabei jedoch so gering, dass keine Drogenwirkung zu bemerken ist.

Auch Produktionsmängel oder Manipulation kann ein falsch positives Ergebnis nach sich ziehen.

Was, wenn der Drogentest positiv ausfällt?

Fällt der Drogentest positiv aus, ist das ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Wer unter Drogen- oder Alkoholeinfluss ein Kraftfahrzeug führt, riskiert den Führerschein, einen Eintrag in das Fahreignungsregister (früher Verkehrszentralregister) beim Kraftfahrtbundesamt und eine Geldbuße. Die Geldbuße liegt zwischen 500 und 1500 Euro, es gibt zwei Punkte. Ein Fahrverbot von ein bis drei Monaten verhängt die Behörde außerdem. Wer zudem den Straßenverkehr gefährdet, wird mit dem vollständigen Entzug der Fahrerlaubnis, drei Punkten im Fahreignungsregister und einer Geld- oder sogar Freiheitsstrafe belegt.

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