Der MPU-Test: Was steckt dahinter und wie läuft er ab

Der Schock ist meist erst mal groß: Der Führerschein ist weg, das Auto muss stehen bleiben und dem Sünder steht eine MPU bevor. Das Ungeheuer MPU – im Volksmund auch Idiotentest genannt. Das Gerücht hält sich hartnäckig: „der Test ist kaum zu schaffen“. Tatsächlich mussten 94.176 Verkehrssünder im Jahr 2012 durch diesen Test – fünf Prozent weniger, als im Vorjahr. Die Hälfte von ihnen schaffte den Test beim ersten Mal, sieben Prozent bestanden mit einer anschließenden Nachschulung und nur 37 Prozent mussten ihn wiederholen.

Aber was ist die MPU eigentlich, wie läuft der Test ab und wie kann man ihn bestehen? Fragen über Fragen, für die es jedoch Antworten gibt.

Wer muss zur MPU?
Hinter der Abkürzung “MPU“ steckt die Medizinisch-Psychologische Untersuchung. Hier geht es weniger um Wissen über den Straßenverkehr, sondern viel mehr um charakterliche Eigenschaften, die auch zum Autofahren wichtig sind. Der MPU wird Verkehrssündern zur Pflicht, wenn sie

  • alkoholisiert Auto gefahren sind (meist ab 1,6 Promille) – etwa ein Drittel der Sünder,
  • unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss Auto gefahren sind – 21 Prozent der Sünder,
  • mehr als 18 Strafpunkte in der Verkehrssünderkartei aufweisen (Achtung Änderung ab 1.5.2014),
  • oder eine Straftat begangen haben.

Diesen Test gibt es seit 1954 in Deutschland, mit dem die Fahreignung überprüft werden soll. Darunter fällt die geistige Eignung (z. B. Reaktionsfähigkeit) und Persönlichkeitsmerkmale (z. B. Zuverlässigkeit). Meist wird der Test am Ende der verordneten Sperrfrist notwendig, bevor der Führerschein zurück erlangt werden kann. Hier soll bewiesen werden, dass das Vergehen nicht noch ein Mal geschieht

Was beinhaltet der MPU-Test?
Die Eignungsprüfung setzt sich aus drei Teilen zusammen: Verkehrstest, ärztliche Untersuchung und ein psychologisches Gespräch. In den Leistungstest werden Wahrnehmung, Konzentration und Reaktion überprüft, dies geschieht mittels einer Computersimulation.

In der medizinischen Untersuchung werden zunächst die allgemeinen körperlichen Funktionen untersucht, danach folgen neurologische Test. Je nach Vergehen, der zum Führerscheinentzug geführt hat, kommen weitere Untersuchungen dazu: bei Alkohol zum Beispiel Überprüfung der Leberwerte, bei Drogen ein Screening mittels der Urinwerte. Wer wegen zu vielen Strafpunkten zum Test verdonnert wurde, muss keine weiteren Untersuchungen absolvieren. Im Psychologischen Gespräch werden dann Themen besprochen, wie es zum Beispiel zur Trunkenheitsfahrt kam, welche Erfahrungen, Vorsätze, Veränderungen durch den Führerscheinentzug aufgekommen sind, wie sich das Trink- oder Auffälligkeitsverhalten geändert hat. Experten wollen hier mit Gerüchten aufräumen, die Angst verbreiten: Das Gespräch ist kein Verhör und wird in einer angenehmen Atmosphäre durchgeführt! Auch die Gutachter wissen: es steht viel auf dem Spiel.

Wie läuft der MPU-Test ab?
Die MPU wird von staatlich zugelassen Organisationen – zumeist der TÜV – durchgeführt. Der Test dauert insgesamt meist drei bis vier Stunden. Er beginnt mit der Anmeldung und dem Ausfüllen einiger Fragebögen zu Lebenslauf und Gesundheit. Auch das Thema Bezahlung und Kosten wird gleich zu Anfang geklärt. Danach folgen die Leistungstests (30 Minuten) und die medizinischen Untersuchungen (30 Minuten). Das psychologische Gespräch ist der Hauptteil der MPU und dauert meist 45 bis 60 Minuten.

Am Ende wird der Gutachter eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse liefern. Damit ist der Testtag überstanden. Etwa zehn Tage nach dem Test kommen die Gutachten schriftlich. Steht hier das Richtige drin, ist der Test bestanden und die Rückgabe des Führerscheins ist nur noch eine Formsache. In manchen Fällen wird eine Nachschulung angeordnet, nach der der Führerschein wieder erlangt wird. Ein Drittel der Testpersonen bekommt ein negatives Ergebniss: Test nicht bestanden.

Wie kann man die MPU bestehen?
Entscheidend für das Bestehen der MPU ist eine gute Vorbereitung. Daher sollte nach der Anordnung damit begonnen werden. Dafür können MPU-Berater zu Rate gezogen werden. Aber vor allem sollte jeder in sich kehren, nicht in Selbstvorwürfen verharren, sondern die Chance auf Veränderung wahr nehmen.